Was bedeutet Angst?

Emotionen wie Angst, Zorn, Leidenschaft oder Freude sind überlebenswichtig für jeden Menschen.
Die Angst ist eine Reaktion auf bevorstehende Konfrontationen, die uns die Natur in die Wiege gelegt hat, um in Kämpfen auf Leben und Tod zu bestehen.

Natürlich handelt es sich heutzutage bei Auseinandersetzungen nicht mehr um die damaligen Kampf- oder Fluchtszenarien. Beim Angriff eines lebensgefährlichen Tieres hatte man genau zwei Möglichkeiten: wenn irgendwie möglich die Flucht ergreifen – oder, im anderen Falle, um das nackte überleben zu kämpfen.
Damals waren Angstgefühle ein alltägliches Ereignis und wurden als normal empfunden wie Hunger und Durst. In der heutigen Gesellschaft, wo Konfrontationen in solchem Ausmaß weit weniger vorkommen, sind körperlicher Kampf und Fluchtgefühle nicht mehr so präsent.

Wenn sich eine Situation ergibt, die unseren Adrenalinspiegel nach oben schießen lässt, ist dies für uns ungewohnt - wir können nicht so gut mit diesem Zustand umgehen.

Im Moment der Gefahr entlädt der Körper Adrenalin aus der Nebenniere, durch die Anreicherung in unserem Blut wird unser Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet in dem es ihn stärker, schneller und unempfindlicher gegen Schmerzen macht.
Heutzutage kommt der Adrenalinschub bei anderen Situationen vor, wie bei einer Rede vor großem Publikum, einer Prüfung oder der Konfrontation mit dem Lebenspartner.      
Dieser Zustand äußert sich z.B. durch zitternde Glieder, einem trockenen Mund, bebender Stimme, Tunnelblick und feuchten Händen.

Letztendlich möchte ich damit folgendes sagen: Das durch die Angst hervorgerufene empfinden ist eine natürliche Erscheinung, ebenso wie der bereits erwähnte Hunger oder Durst.

Eine Behauptung, man spüre keine Angst, ist nicht möglich.
Sie kann, bis zu einem bestimmten Grad, unter Kontrolle gehalten werden – sie ganz abzuschalten aber nicht.
Jeder Mensch hat Emotionen - und die Angst ist die zugleich stärkste und ursprünglichste.

Die beste Methode, die Angst dem Kampf gegenüber zu mindern, besteht aus regelmäßigem Training – wodurch man sich ein ausgeprägteres Selbstbewusstsein aneignen kann. Was in vielen Situationen dazu führt, den Kampf durch ein sicheres und besonnenes Auftreten zu verhindern.

Jeder nicht angetretene Kampf ist ein gewonnener Kampf!